#SOSAfricanHeritage
UNESCO-Welterbe Tsingy de Bemaraha: Durch Dialog und Brandschutz Welterbe besser schützen
Durch gemeinsame Aktionen zur Brandlöschung und die Beteiligung lokaler Interessenvertretungen, Gemeinden und Behörden am Site Management erhöhte Madagascar National Parks die Resilienz des UNESCO-Welterbes Naturreservat Tsingy de Bemaraha.
Das Sonderprogramm
Ziel des Sonderprogramms #SOSAfricanHeritage der Deutschen UNESCO-Kommission ist es, UNESCO-Welterbestätten und Biosphärenreservate in Ländern Afrikas bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Dadurch trägt #SOSAfricanHeritage zum Erhalt selbstständiger und dauerhaft tragfähiger Organisationsstrukturen bei und sichert Räume, die der Bildung für Weltoffenheit und Nachhaltigkeit sowie der kulturellen Vielfalt gewidmet sind.
Das Naturreservat Tsingy de Bemaraha liegt im Westen Madagaskars und umfasst 152.000 Hektar. Das Welterbe bietet eine große Vielfalt an spektakulären geomorphologischen Strukturen, mehr noch: Es ist eine wahre Kathedrale aus Kalkstein und damit eine der bedeutendsten Naturlandschaften der Insel und der Welt.
Der westliche Teil des Plateaus ist durch ein sehr zergliedertes Relief geprägt, das größtenteils von einem dichten, trockenen Laubwald bedeckt ist. In seinem östlichen Teil ist der Wald von Savannen durchsetzt. Tsingy de Bemaraha gilt aufgrund des Reichtums an Tierund Pflanzenarten als ein Zentrum des Endemismus.
Einschränkungen durch Pandemie
Die Covid-19-Pandemie hat auf Madagaskar eine Vielzahl an wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, die auch den Schutz des UNESCOWelterbes beeinträchtigen. Insbesondere Nahrungsmittelknappheit und Armut verschärfen sich in den ländlichen Gebieten immer weiter. Gleichzeitig wurde seit Beginn der Pandemie eine massive Zunahme von Bränden verzeichnet. Bereits Mitte Mai 2020 hatte die Zahl der per Satellit erfassten Brandherde die Gesamtzahl der 2019 dokumentierten Fälle überschritten. Die sich daraus ergebenden Schäden vor Ort sind massiv: 969 Hektar Savanne sind abgebrannt. Darüber hinaus nehmen Fälle illegalen Holzeinschlags zu.
Der Nationalpark ist einer der von internationalen Touristinnen und Touristen am häufigsten besuchten Orte auf Madagaskar. Die Schließung des Parks für den Tourismus hat Auswirkungen auf die dem Site Management zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.
Abhilfe durch Dialog und technische Ausstattung
Das von der Deutschen UNESCO-Kommission geförderte Projekt stärkte die Resilienz der lokalen Bevölkerung und der Naturerbestätte gegenüber Waldbränden und den Folgen der Covid-19-Pandemie. Dafür entwickelte Madagascar National Parks eine integrative Strategie zur Brandbekämpfung, an der lokale Interessensvertretungen, die Gemeinden, lokale Behörden und das Site Management gleichermaßen beteiligt waren.
Für ein besseres Monitoring und die Früherkennung möglicher Brände wurden im Rahmen des Projekts zudem GPS-Geräte und Smartphones angeschafft. Das Parkpersonal wurde mit Wassersäcken ausgestattet und in der Bekämpfung von Waldbränden geschult. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner wurden im Zuge von Aufklärungskampagnen stärker in die Brandbekämpfung einbezogen. Etwa hundert Familien wurden mit der Bereitstellung von Hühnern, Maissaatgut und Reiskleie in die Lage versetzt, sich in der Pandemie selbst zu versorgen.
Das Konsortium
Mit dem Sonderporgramm beteiligt sich die Deutsche UNESCO-Kommission am Konsortium des Internationalen Hilfsfonds 2020, der auf Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts im Sommer 2020 eingerichtet wurde, um Organisationen aus Kultur und Bildung im Ausland schnell in der Corona-Pandemie zu unterstützen.
Das Förderprojekt
- Geförderte Stätte: Tsingy de Bemaraha
- Land: Madagaskar
- Art der Stätte: UNESCO-Welterbe (Naturerbe)
- Auszeichnungsjahr: 1990