Auf ein Wort,
O-Töne aus dem Welterbe - Grenzen des Römischen Reiches
Dr. Suzana Matešić
Geschäftsführerin Deutsche Limeskommission
In der Interview-Reihe „O-Töne aus dem Welterbe“ beantworten die lokalen Stättenvertreterinnen und Stättenvertreter des UNESCO-Welterbes in Deutschland fünf Fragen zu ihrer Arbeit und Expertise.
Dr. Suzana Matešić ist Geschäftsführerin der Deutschen Limeskommission und somit eine der Verantwortlichen für die transnationale, serielle Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches“, zu der neben den seit 2005 anerkannten Teilgebieten des Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland auch der Hadrianswall (1987) und der Antoninuswall (2008) in Großbritannien zählen.
Seit wann betreuen Sie Ihre Welterbestätte, für wen arbeiten Sie und welchen Hintergrund bringen Sie mit?
Im September 2014 übernahm ich die Geschäftsführung der Deutschen Limeskommission und damit die Betreuung der Welterbestätte Obergermanisch-Raetischer Limes. Nach dem Studium der provinzialrömischen Archäologie promovierte ich über Militaria aus dem Thorsberger Moor bzw. römische und germanische Waffen der jüngeren Römischen Kaiserzeit, wodurch ich wissenschaftlich auch mit dem Limes zu tun hatte.
Was sind Ihre Hauptaufgaben?
Meine Hauptaufgaben umfassen das übergeordnete und länderübergreifende Management der Welterbestätte, das von mir koordiniert, aber gemeinsam mit den Limeskoordinator*innen der Länder umgesetzt wird. Darüber hinaus gebe ich unser halbjährlich erscheinendes Nachrichtenblatt „Der Limes“ und unsere wissenschaftliche Reihe „Beiträge zum Welterbe Limes“ heraus.
Wie setzen Sie den Vermittlungsauftrag um, der mit der Auszeichnung als Welterbestätte einhergeht?
Den Vermittlungsauftrag an der Welterbestätte erfüllen viele Akteure gemeinsam: Neben den Museen und weiteren außermusealen Vermittlungsorten übernimmt der Verein Deutsche Limes-Straße e.V. die touristische Vermarktung. Wir bilden Gästeführer aus, die „Limes-Cicerones der Deutschen Limeskommission“, und bieten das Nachrichtenblatt „Der Limes“ kostenfrei als Download auf unserer Webseite an.
Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten und anderen UNESCO-ausgezeichneten Stätten und Erbeformen zusammen? Welche Perspektiven sehen Sie für die Zusammenarbeit?
Als Teil der seriellen transnationalen Welterbestätte Grenzen des Römischen Reiches arbeiten wir eng mit den Partnerstätten Hadrian´s Wall und Antonine Wall zusammen. Auch mit den nominierten Stätten „Niedergermanischer Limes“ und „Donaulimes“ besteht eine enge Kooperation. Zukünftig werden die Einschreibung weiterer Limesabschnitte angestrebt und bereits bestehende internationale Kontakte intensiviert.
Vor welchen Herausforderungen steht Ihre Welterbstätte in den kommenden Jahren?
Vor dem Hintergrund der Pandemie wurde die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung von Inhalten deutlich. Diese sinnvoll für ein Bodendenkmal von 550 km Länge umzusetzen und adäquate Formate für die damit einhergehende riesige Datenmenge zu finden, wird uns in der nächsten Zeit beschäftigen.